Nur Bares ist Wahres!

Nur Bares ist Wahres!

Income Investing mit Dividenden, Optionen und Zinsen

Transkript

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00:00:00: Warum sind die berühmten gerachten Häusern an Amsterdam eigentlich so schnell?

00:00:05: Eine verbreitete Erklärung hat mit Steuern zu tun.

00:00:08: Und genau diese Geschichte führt uns zu einem Fehler, der Anleger bis heute viel Geld kostet.

00:00:14: Sie achten mehr auf die Steuersparnis als auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Investitionen.

00:00:19: und damit herzlich willkommen bei NoBars.

00:00:21: es war das Income Investing mit Dividendenoptionen Zinsen?

00:00:25: Ja, Steuern die beeinflussen unser Verhalten.

00:00:28: Das ist zunächst einmal keine überraschende Erkenntnis denn wer Steuers bezahlen muss hat schließlich ein Anreiz seine Steuerlast zu reduzieren und das ist natürlich vollkommen legitim.

00:00:38: interessant wird es allerdings wenn dieser Anreize Entscheidung hervorbringt wie wir ohne die Besteuerung ganz anders treffen würden.

00:00:47: manchmal stehen sogar raus architektonische Besonderheiten die Jahrhunderte überdauern Manchmal allerdings auch Kapitalanlagen, die vor allem eins produzieren nämlich Verluste.

00:00:57: Und heute geht es um die Frage, weshalb steuersparen nicht automatisch Vermögensaufbau bedeutet und warum die Reihenfolge bei einer Investitionsentscheidung so entscheidend ist?

00:01:08: Wir reisen zunächst rund vierhundert Jahre zurück in die Niederlande des siebzehn Jahrhunderts in das sogenannte goldene Zeitalter.

00:01:17: Damals da entwickelte sich Amsterdam zu einem der wichtigsten Handels- und Finanzzentren der Welt, die Niederländer die beherrschten große Teile des internationalen Seehandels.

00:01:26: in Amsterdam entstand eine der ersten modernen Wertpapierbörsen mit der Amtsadammer Wechselbank.

00:01:33: Da verfügte die Stadt über ein für damalige Verhältnisse ausgesprochen fortschrittliches Zahlungssystem und dieser wirtschaftliche Aufstieg hinterließ auch architektonische Spuren.

00:01:43: Entlang der Grachten entstanden jene schmalen hohen Häuser mit ihren charakteristischen Giebeln, die heute noch zu den bekanntesten Wahrzeichen Amsterdams gehören.

00:01:53: Seit Jahr zwei Tausendzehn zählt der historische Grachtengürtel sogar zum UNESCO-Welterbe.

00:01:59: Doch warum sind diese Häuser eigentlich so auffällig schmal?

00:02:03: und eine häufiger Zelteerklärung dafür dilautet wegen der Steuern?

00:02:07: Demnach orientierte sich die damalige Besteuerung von Immobilien unter anderem an Breite ihrer Fassaden.

00:02:13: Je breiter also ein Haus zur Kracht hinausfiel, desto höher war die Steuerbelastung.

00:02:18: Was machten die Bauherren?

00:02:19: Nun sie bauten halt wirklich schmal und dafür in die Tiefe und in die Höhe.

00:02:23: Und auf diese Weise ließ ich auf einer vergleichsweise kleinen Straßenfront erstaunlich viel Wohn- und Nutzfläche unterbringen bei minimaler Steuerlast.

00:02:33: Nun ist diese Erklärung historisch nicht ganz unumstritten, auch hohe Grundstückspreise und die ursprüngliche Aufteilung der Baugrundstücke, die dürften eine Rolle gespielt haben.

00:02:43: aber die Geschichte illustriert einen grundlegenden wirtschaftlichen Zusammenhang nämlich Menschen reagieren auf Anreize.

00:02:51: Wenn also der Fiskus bestimmte Eigenschaften besteuert versuchen die Betroffenen genau dieser Eigenschaft zu vermeiden oder zu reduzieren.

00:02:59: das gilt für Immobilien genauso wie für Unternehmen Konsumenten und auch Anleger.

00:03:04: Und damit kommen wir von den krachten Amsterdam zu einer ganz besonderen deutschen Leidenschaft, der frühere bayerische Finanzminister Erwin Huber von der CSU hat diese Leidenschaft einmal mit ein bemerkenswertem Satz charakterisiert.

00:03:18: Zitat seit meiner Zeit als Finanzminister weiß ich bei uns ist der Steuerspartrieb stärker als der Sexualtrieb und leider auch stärker

00:03:26: Fortpflanzungstrieb.".

00:03:29: Wer sich mit der Geschichte deutscher Kapitalanlagen beschäftigt, erkennt dadurch aus ein wahren Kern.

00:03:34: Über Jahrzehnte wurden hierzulande Anlageprodukte verkauft bei denen die Steuersprang des mindestens genauso prominent beworben wurde wie die eigentliche Investitionen.

00:03:44: Denken wir beispielsweise an geschlossene Immobilienfonds Schiffsbeteiligung oder auch Medienfonds.

00:03:49: Gerade bei vermögendem Anliegern waren solche Konstruktionen zeitweise ausgesprochen beliebt Und die Verkaufsargumentation folgte meist einem sehr ähnlichen Muster, nämlich Steuern sparen.

00:04:01: Man investiert einen bestimmten Betrag und erhielt dafür steuerlich anrechenbare Verluste, Abschreibung oder sonstige Vergünstigungen.

00:04:08: Damit ließ sich die persönliche Einkommensteuer deutlich reduzieren und plötzlich erschien eine Investition attraktiv, die man ohne den Steuervorteil möglicherweise überhaupt gar nicht in Betracht gezogen hätte.

00:04:19: Das Problem hierbei ist nicht unbedingt die steuerliche Gestaltung.

00:04:23: Das Problem ist, dass die wirtschaftlichen Eigenschaften dieser Anlage in den Hintergrund rückten.

00:04:30: und bei einem Schiffsfonds da mussten schließlich auch trotzdem die Schiffe gekauft werden finanziert und betrieben werden.

00:04:37: Und ja... Die Fortschartung muss eben auch funktionieren.

00:04:41: Bei einem umbilienfonds Da mussten die Objekte vermietet werden.

00:04:43: Die Mieteinnahmen mussten kostendecken und die Finanzierung tragen.

00:04:48: Und am Ende mussten wohl Schiffer als auch in Bielinien ja noch verkauft werden, und bei einem Medienfonds da mussten am Ende ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell dahinter stehen.

00:05:00: Wenn das nicht eben funktionierte dann half auch die schönste Steuerersparnis freilich nichts!

00:05:07: Natürlich waren nicht sämtliche dieser Anlagen schlechte Geschäfte.

00:05:09: es gab durchaus rentable Beteiligung aber Viele Anleger haben eben schmerzlich erfahren, dass ein steuerlicher Vorteil keine wirtschaftliche Substanz ersetzen kann.

00:05:20: Und die entscheidende Frage lautet daher in erster Linie nicht wie kann ich hier mit der Investition Steuern sparen?

00:05:27: Sondern würde ich diese Investition auch tätigen wenn es den Steuervorteil überhaupt nicht gäbe?

00:05:31: und wenn dann schon die Antwort nein lautet, dann sollte man besonders genau hinschauen.

00:05:37: Machen wir hierzu eine ganz einfache Rechnung angenommen, ein Anleger der investiert hunderttausend Euro in eine Beteiligung.

00:05:42: Allerdings die Sache läuft schlecht.

00:05:44: am Ende verliert er fünfzigtausends Euro.

00:05:47: Nun nehmen wir an den Investitionen ist vollständig steuerlich abzugsfähig.

00:05:51: bei einem persönlichen Grenzteuersatz von sagen wir vierzig Prozent reduziert sich seine Steuerbelastung dadurch um vierzigtaussend Euro.

00:05:57: Der Anlege hat also tatsächlich vierzig tausend euro gespart aber er trotzdem zehntausende Euro verloren.

00:06:04: Und genau hier liegt der entscheidende Punkt.

00:06:06: Eine Steuersparnis ist eben keine Rendite, sie kann einen wirtschaftlichen Verlust gegebenfalls abmilden aber sie verwandelt ein schlechtes Geschäft nicht automatisch in ein gutes.

00:06:16: umgekehrt gilt natürlich auch eine profitabel Investition kann durch eine günstige steuerliche Behandlung noch attraktiver werden.

00:06:24: da ging es überhaupt nichts einzubinden.

00:06:26: im Gegenteil wäre seine Steuerbelastung und Rahmen der gesetzlichen Möglichkeit reduziert verbessert damit seine Netto-Rendite.

00:06:33: Die Reihenfolge muss stimmen.

00:06:35: Zuerst steht hier die wirtschaftliche Qualität einer Investition, dann kommen Kosten, Risiken, die Liquidität und schließlich die steuerlichen Auswirkungen.

00:06:44: Wobei ich einen Punkt hier nochmal besonders betonen möchte.

00:06:47: natürlich zählt für den Anlieger am Ende das Ergebnis nachsteuern.

00:06:51: es wäre unsinnig zwei wirtschaftlich vergleichbare Anlagen unabhängig von ihrer unterschiedlichen Besteuerung zu beurteilen.

00:06:58: Auch kann es Konstellation geben, in denen erst ein steuerlicher Vorteil eine Investition wirtschaftlich macht.

00:07:04: Das ändert aber nichts am Grundprinzip.

00:07:06: die Steuer darf den Blick auf das eigentliche Geschäft nicht verstellen.

00:07:10: Denn hinzu kommt Steuerliche Vorteile können sich ändern.

00:07:13: Steuergesetze werden reformiert Abschreibungsmöglichkeiten werden eingeschränkt Sonderregelungen laufen aus Die wirtschaftlichen Risiken einer Investition bleiben dagegen bestehen.

00:07:24: Manchmal führt die Fixierung auf Steuern sogar dazu, dass Anleger zusätzliche Risiken eingeben, die sie eigentlich vermeiden wollten.

00:07:31: Ein besonders anschauliches Beispiel dafür lieferte vor einigen Jahren das Deutsche Steuerrecht für Termingeschäfte.

00:07:38: mit der damaligen Begrenzung der steuerlichen Verlustverrechnung Pro Jahr entstand für private Optionshändler beispielsweise eine ausgesprochen problematische Situation.

00:07:50: Verluste aus bestimmten Termingeschäften konnten steuerlich nur noch eingeschränkt mit entsprechenden Gewinnen verrechnet werden.

00:07:56: Dadurch konnte es passieren, dass ein Anleger wirtschaftlich kaum etwas verdient hatte oder sogar Minus lag, steuerliche aber dennoch erhebliche Gewinne ausweisen musste.

00:08:04: Besonders problematisch war das Behandelsstrategien die aus mehreren Optionspositionen bestanden.

00:08:11: Denn die Verlustposition waren häufig gar kein Zeichen einer gescheiterten Strategie, sondern Bestandteil des vorgesehenen Risikomanagements.

00:08:18: Hier beispielsweise eine verkaufte Option durch eine gekaufte option absichert der begrenzt damit sein Verlusterisiko.

00:08:24: Die Absicherung kostet allerdings Geld und kann selbst mit einem steuerlich relevantem Verluss enden.

00:08:30: Und durch die damalige Regelung wurde genau dieses Vorgehen unter Umständen steuerlig unattraktiv Und damit entstand ein gefährlicher Anreiz.

00:08:37: Manche Anleger verzichteten auf Absicherung oder verändern ihre Handelsstrategien, um steuerliche Nachteile hier zu vermeiden.

00:08:46: Andere Widerungen wichen auf aufwendige Geschäftsstrukturen aus, obwohl diese zusätzliche Kosten verursachten.

00:08:52: Die Verlustverrechnungsbeschränkung wurde später rückwirkend wieder aufgehoben.

00:08:57: Aber das ist ja gerade als bemerkenswerter an dem Beispiel die steuerliche Regelung, die verschwand.

00:09:01: zwar die wirtschaftlichen Folgen der Entscheidung, die die Anleger ihre Dwegen aber getroffen hatten wie ließen sich nicht unbedingt rückgängig machen.

00:09:09: Wer eben auf eine notwendige Absicherung verzichtete und dadurch einen hohen Verlust erlitt, der bekam diesen Verluste nicht zurück nur weil der Gesetzgeber später seine Meinung ändert.

00:09:21: Und das führt uns zu einer allgemeinen Regel, die weit über den Optionshandel hinausgeht.

00:09:25: Eine steuerliche Vorschrift sollte eben niemals der alleinige Grund dafür sein ein wirtschaftlich sinnvolles Risikomanagement aufzugeben.

00:09:34: Was bedeutet das nun für die private Geldanlage?

00:09:37: Aus meiner Sicht lassen sich daraus drei einfache Grundsätze ableiten.

00:09:40: Erstens verstehe das Geschäft in das du investierst Ob Aktieanleihe, Immobilie oder geschlossener Form die wirtschaftliche Substanz wie muss überzeugen.

00:09:48: Also woher kommen die Erträge?

00:09:50: Welche Kosten entstehen welche Risiken trägst du und unter welchen Bedingungen kann die Investition scheitern.

00:09:56: Zweitens betrachte immer das Ergebnis nach Steuern aber verwechselt.

00:09:59: Steuerersparen ist nicht mit ertrag.

00:10:02: es ist vollkommen vernünftig die steuerlich günstigere von zwei vergleichbaren Alternativen zu wählen.

00:10:07: Es ist aber was völlig anderes eine schlechte Anlage nur deshalb zu kaufen weil sich dadurch Steuern sparen lassen.

00:10:13: Und drittens bau deine Anlagestrategie nicht auf steuerlichen Sonderregeln auf, die sich jederzeit ändern können.

00:10:20: Eine robuste Strategie sollte auch dann funktionieren wenn der Gesetzgeber an der einen oder anderen Stellschraube dreht und damit sind wir wieder bei den schmalen Häusern von Amsterdam.

00:10:29: ob ihre besondere Bauweise nun tatsächlich vor allem auf die damalige Besteuerung zurückzuführen ist oder andere Gründe stärker ans Gewicht fielen spielt für unsere Lehre Keine entscheidende Rolle.

00:10:40: Steuern setzen Anreize und Anreiz beeinflussen Entscheidungen, aber nicht jede Entscheidung mit der sich Steuersparen lassen.

00:10:47: ist deshalb auch wirtschaftlich vernünftig?

00:10:49: oder anders formuliert das Ziel einer Kapitallage es nicht möglichst wenig Steueren zu bezahlen?

00:10:54: Das Ziel ist unter Berücksichtigung der Risiken möglichst viel Vermögen und Erträge nach Steuermusik zur Wirtschaften.

00:11:01: Steuere sind dabei eine wichtige Nebenbedingung Aber sie ist nicht das Anlageziel.

00:11:08: Und das gilt übrigens auch für das Altersvorsorge-Depot, dass aktuell in den Startlöchern steht und mit Zulagen und Steuervorteilen heftig beworben wird.

00:11:19: Wenn Dich solche Zusammenhänge zwischen Wirtschafts-, Geldanlage-, Finanzgeschichte interessieren dann wirf gerne einen Blick in meinen kostenlosen Newsletter Income Insights Den Link um Dich einzutragen, den findest Du wie immer in der Videose podcast Beschreibung und natürlich auf der Startseite meines Blocks.

00:11:35: und wenn du dich intensiver mit einkommensorientierten Anlagestrategien beschäftigen möchtest, findest du dort weitere Informationen zum Income Investing Club.

00:11:44: So weit der heutige Kapitalimpuls!

00:11:46: Danke fürs Zuschauen bzw zu hören.

00:11:48: bis zum nächsten Mal eine ertragreiche Zeit.

Über diesen Podcast

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von und mit Luis Pazos

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